MIKA

CH AUTUMN BREEZE A NEW ADVENTURE

Mika

CH Autumn Breeze A New Adventure
01.07.2009

Deutscher Champion VDH, GRC, DRC
GRC Clubsieger mit Arbeitsprüfung 2014_

HD A2/A2
ED 0/0
RD/PRA/HC clear
GR_PRA1 clear
Prcd_PRA clear

WT, BHP-A, APD-A/R, JP/R, BLP/R, Langschleppe 800 m, div. Workingtest O, German Cup 2016
Formwert vorzüglich
Zuchtzulassung vom 06.07.2011


Pedigree

Trekronor Limited Edition JW SGWC WGC
Tenfield Border Rambler
Rossbourne Just Jamie
Stanroph Spring Rose at Tenfield
Modbury Rudland Rigg Hayjoy Midnight Heath Of Modbury
Hayjoy Briar of Modbury
My Winter Paradise
Autumn Breeze
Kavanagh of Graceful Delight Friendship Classic Tattoo
D. Ch. Shadowfax Amazing Grace
Wedding Day of Redpine D.+VDH Ch. Golden Daydreams Norman Stormarn
VDH+D. Ch. m. Arb., Naughty Naomie of Redpine

Mika's Galerie

26. April
Mit Mika’s Geschichte wollte ich über die Therapie mit Palladia berichten. Da ich das Medikament mit Rücksprache mit der Tierärztin nun abgesetzt habe, wird dies mein letzter Beitrag dazu sein.
Ob die Chemotherapie geholfen hat, ist schwer zu sagen, da ich nicht weiß, wie es ihm ohne die Medikamente ergangen wäre. Der Beginn der Therapie liegt nun fast 9 Wochen zurück. Erste Zeichen der Erkrankungen waren Anfang Februar zu erkennen. Es handelt sich um einen sehr aggressiven Tumor. Möglicherweise wäre Mika ohne die Medikamente schon nicht mehr bei mir? Eins jedoch ist klar: Auch wenn man sagt, dass eine Chemo bei Hunden bezüglich der Nebenwirkungen nicht zu vergleichen ist mit einer Chemo beim Menschen, sind die Medikamente schon nicht ohne. Ich habe das unterschätzt. Allein die Tatsache, dass man die Tabletten nur mit Handschuhen verabreichen und auf keinen Fall teilen soll, sagt schon genug aus. Es ist ein heftiges Zellgift.
Trotzdem, mit Ausnahme der Beschwerden auf Grund des Metacams hatten wir eine gute Zeit. Jetzt allerdings ist der Tumor doch so groß, dass er Mika ernsthaft stört. Er hat offensichtlich Schmerzen, die Ärztin riecht Eiter, er hält den Kopf gesenkt und oft schief, kann hartes Futter nicht mehr kauen, mag kein Dummy mehr festhalten.
Wir verfolgen jetzt einen anderen Plan: Mika bekommt ein Antibiotikum gegen die Vereiterung und Opiate, und zwar in einer Menge, dass er sich wieder wohler fühlt. Welchen Einfluss das auf Leber und Niere hat, ist zweitranging. Ziel ist es, möglichst viele Tage fröhlich und schmerzfrei zu verbringen. Die Medikamente wirken, er geht gerne spazieren, schnüffelt ununterbrochen, frisst sehr gut, schläft entspannt und freut sich über viele kleine Dinge. So soll es doch hoffentlich noch ein bisscen weiter gehen. Für heute also: ein deutliches „up“.
Damit beende ich Mika’s Geschichte.

24. April
Die letzten 10 Tage haben wir am Meer verbracht. Zu Beginn unseres Urlaubs hat Mika sich immer mehr zurück gezogen. Erst ließ er lediglich beim Frühstück ein paar Reste im Napf, doch von Tag zu Tag wurde die Abneigung gegenüber Futter größer. Blutiger Durchfall kam hinzu. Nach Rücksprache mit der Tierärztin haben wir das Metacam abgesetzt, da es bekannt dafür ist, bei längerer Einnahme solche Nebenwirkungen auszulösen. Der Effekt war erstaunlich, es ging im augenblicklich deutlich besser. Teilweise hatte ich fast den Eindruck, den alten Mika wieder zu haben. Die Tage am Meer waren wunderschön, alle waren fit und hatten Spaß.
Nun sind wir zurück in Aachen. Leider verschlechtert sich Mika’s Zustand rapide. Er zeigt deutlich, dass ihn die Nase stört. Er leckt ständig, hält oft den Kopf schief nach unten, blutet immer öfter aus der Nase. Sein Allgemeinzustand hat mich dazu veranlasst, nun auch das Palladia abzusetzen. Vielleicht gibt ihm das noch ein bisschen Kraft.
Hat das Palladia nun geholfen oder nicht? Ich bin nicht in der Lage, das zu sagen. Die Erkrankung besteht seit Anfang Februar. Das Plattenepithelkarzinom ist ein äußerst aggressiver Tumor. Wäre es Mika ohne Palladia schneller schlecht gegangen?
Ich habe versucht, ihm zu helfen, ihm Leid zu ersparen, und genau das ist nach wie vor mein Ziel. Ich hoffe, er erholt sich wieder ein bisschen, wenn die Chemotherapie entfällt. Gute und schlechte Tage gehören zu so einer Erkrankung dazu. Ich hoffe, wir haben gerade einen der schlechten Tage hinter uns gebracht, denn dann wären jetzt mal wieder ein paar der guten Tage dran.

13. April
Zunächst die gute Nachricht: die Wert der Leukozyten ist nicht weiter gefallen, im Gegenteil. Er ist leicht angestiegen. Die Dosierung des Palladia können wir so belassen.
Allerdings beobachte ich, dass er im Haus lustloser, ruhiger, abgeschlagener wirkt. Das eindeutigste Zeichen für eine Veränderung ist jedoch die Tatsache, dass er sein Futter mehr und mehr stehen lässt. Zunächst ließ er morgens ein paar Reste im Napf, abends verputze er aber alles. Gestern abend jedoch wollte er auch nicht mehr auffressen, heute morgen hat er das normale Futter komplett verweigert. Leckerchen, Kanninchenohren etc. wurden gestern noch gerne genommen.
Die Ärztin führt das auf die regelmäßige Gabe von Metacam zurück. Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit findet man bei der Beschreibung der Nebenwirkungen. Wir versuchen es jetzt mit dem Magenschoner Omeprazol morgens und mit Ulmenrinde abends vor dem Schlafen gehen.
Sein Trockenfutter mit Hüttenkäse wollte er nicht anrühren, zwei Scheiben Zwieback mit Leberwurst wurden aber gerne genommen. Mir ist es jetzt ziemlich egal, was er frisst. Ich werde ihm mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt anbieten, Frischfleisch mit Gemüse, Haferflocken, was auch immer.
Unterwegs ist er nach wie vor gut drauf, freut sich über jedes Dummy, ist immer vorn weg, die Nase tief am Boden…….hoffen wir, dass es so noch lange bleibt.

8. April
Heute fand die erste Kontrolluntersuchung nach Beginn der Palladia Therapie statt. Mika’s Befinden ist gut. Er frisst, hüpft, ist fröhlich, liebt nach wie vor nichts mehr, als etwas zu apportieren, egal was. Soweit ist er unverändert. Das Blutbild ist es natürlich nicht, das war auch nicht zu erwarten. Die Zahl der Leukozyten ist deutlich zurück gegangen, was eine Schwächung des Immunsystems bedeutet. Der Wert ist noch noch nicht außerhalb des akzeptablen Bereichs, aber wir wiederholen die Blutuntersuchung in ein paar Tagen um zu sehen, dass der Wert sich nun einpendelt oder ob er weiter fällt. Sollte letzteres der Fall sein, muss die Dosis des Palladiums reduziert werden. Bis dahin werde ich täglich Fieber messen, um einen Infekt so früh wie möglich festzustellen.
Wir haben vor einer Woche eine Tierheilpraktikerin aufgesucht und unterstützen seinen Organismus nun mit Nux Vomica, Flor de Piedra, Gastricumeel und CBD. Ansonsten machen wir weiter wie bisher, und zwar alles was Freude macht: nur leckerstes Futter, viel Spielen, Dummies und Bällchen werfen und dabei Regeln nicht ernst nehmen, viel Zeit zusammen verbringen und im Hier und Jetzt leben, denn das Hier und Jetzt ist prima!

1. April 2019

Mika ist heute 9 Jahre und 9 Monate alt. Anfang Februar fiel mir ein ungewöhnliches Geräusch beim Atmen auf. Es trat aber nur dann auf, wenn er auf der linken Körperseite lag und schlief. Es ähnelte einem leichten Knacken, so als sei etwas in seiner Nase und würde beim Ein- und Ausatmen hin und her klappen. Mika hat es überhaupt nicht gestört. Wir suchten unseren Haustierarzt auf und versuchten, durch den Schleimlöser Bisolvon einem möglichen Schnupfen beizukommen.
Als dies keine Veränderung brachte, vereinbarten wir einen Termin zur Endoskopie in der Tierklinik am Bökelberg in Mönchengladbach. In einer kurzen Narkose wurden Mika zwei kleine Zuwachsungen in der Größe eines halben Streichholzkopfes aus dem linken Nasenloch entfernt und zur Untersuchung ins Labor geschickt. Das Ergebnis war uneindeutig. Es könnten entzündliche Veränderungen sein. Nach einem Tumor sah es nicht aus. Allerdings stand in dem Bericht des Pathologen auch der Satz: Karzinom nicht ausgeschlossen. Mika wurde antibiotisch behandelt. Das Geräusch blieb.
Wenige Wochen später sah man leichte Veränderungen am Nasenspiegel. Es sah aus wie ein kleiner weißer Rand am Nasenloch. Wir fuhren erneut in die Tierklinik nach Mönchengladbach. Dort wurde ein CT gemacht und eine größere Probe aus der Nase ausgestanzt. In der Endoskopie sah man, dass die weißliche Auflagerung, wie der Arzt sich ausdrückte, im Nasenloch größer geworden war. Wenige Tage später erhielt ich die traurige Diagnose: Plattenepithelkarzinom des Nasenspiegels.
Wir vereinbarten einen Termin in der Tierklinik in Hofheim. Dort empfahl man mir, die Nase entfernen zu lassen. Das Karzinom zog sich einseitig (nur in einem Nasenloch) ca. 3 cm nach innen. Man wollte die betroffene Seite des Nasenspiegels großzügig entfernen, auch an den Knochen müsste man ran. Nach dieser Operation hätte man aber die Chance, dass der Hund vollständig geheilt sei.
Eine Garantie dafür konnte man mir natürlich nicht geben.Erst nach der Resektion und der Untersuchung des entfernten Teils der Nase konnte man sicher sagen, ob die Ränder frei von Krebszellen seien. Sollten dort aber noch Krebszellen vorhanden sein, würden der Tumor erneut wachsen.
Man sagte mir auch ehrlich, dass es sich um eine große Operation handelt, die mit starken Schmerzen durch die Beteiligen des Knochens verbunden sei. Mika müsste in der Klinik bleiben und bekäme Opiate. Hunde, die eine solche Operation gut hinter sich gebracht hätten, kämen mit der verkürzten Nase sehr gut zurecht, so die Aussage der Klinikärztin.
Für mich blieben viele Fragezeichen. Wie groß ist die Chance, dass er wirklich geheilt ist? Was, wenn er die Tortour übersteht, aber der Tumor weiter wächst? Und wie übersteht mein Sensibelchen das alles? Wie sehr wird er leiden?
Es blieb nicht viel Zeit zum Überlegen. Der Tumor ist aggressiv. Ohne jede Behandlung hätte Mika eine Lebenserwartung von einigen Wochen.
Eine Strahlentherapie, auf die ich heimlich gehofft hatte, kam nicht in Frage. Karzinome des Nasenspiegels sprechen darauf nicht an, im Gegensatz zu Karzinomen der Nasennebenhöhle.
Man bot mir eine weitere Möglichkeit an, eine medikamentöse Therapie mit Palladia, einem Mittel zur Behandlung von inoperablen Mastzellentumoren, speziell für Hunde. Diese Therapie ähnelt einer Chemotherapie. Im Bestfall kann die Therapie zum Verlangsaamen bis Aufhalten des Wachstums führen. Im schlechtesten Fall verträgt der Hund sie nicht, oder sie schlägt nicht an.
Ich habe mich für diese Therapie entschieden. Eine Operation kommt für mich nicht in Frage.
Der größte Nachteil der medikamentösen Therapie ist der Preis. Mika wird mit 80 mg alle zwei Tage behandelt. Der Preis für 40 Tage liegt bei 700 Euro.
Genau eine Woche ist es jetzt her, dass wir in Hofheim waren. Seitdem bekommt er das Mittel, das im Wechsel mit Metacam verabreicht wird. Er verträgt es bis jetzt sehr gut. Er ist fröhlich, munter, gut gelaunt, zeigt keine Anzeichen von Schmerzen. Die Verdauung ist völlig normal, was mich erstmal sehr erleichtert, denn Durchfall ist eine der häufigsten Unverträglichkeiten, die zum Absetzen des Medikaments geführt hätte.
Wir haben nun 14 tägige Kontrolluntersuchungen des Blutes bei unserem Tierarzt hier in Aachen. Ich hoffe natürlich das allerbeste für meinen kleinen Sonnenschein. Noch geht es ihm prima, ich hoffe, dass das noch ganz lange so bleibt.

Ich möchte auf dieser Seite von Mika’s Geschichte berichten, da ich sicher bin, dass andere Betroffene davon profitieren können. Ich selber war auf der Suche nach Erfahrungsberichten im Netzt, als diese Diagnose uns erreichte. Ich hoffe nichts mehr, als dass es eine ganz, ganz lange Geschichte wird.